Besamungstechniker/in - Beruf mit vielen Facetten

Der Beruf des Besamungstechnikers ist vielseitig und verlangt viel technisches Geschick, analytisches Denken, eine genaue Arbeitsweise und kundenorientiertes Handeln.

Besamungstechniker/in sein heisst:

  • die Ausbildung zum Besamungstechniker setzt eine Berufsausbildung zum Landwirt oder verwandte Berufe voraus (Swissgenetics verlangt die Ausbildung zum Landwirt, LAP2 / EFZ)
  • Liebe und Interesse am Tier und zur Landwirtschaft
  • fundierte Kenntnisse in Anatomie und Physiologie des Rindes (rund um die Reproduktion)
  • Eigenschaften und Umgang mit Tiefgefriersperma kennen und Besamung fachgerecht vorbereiten
  • Besamungstauglichkeit von Rindern richtig interpretieren und besamungstaugliche Tiere fachgerecht besamen
  • Stärken und Schwächen von Kühen richtig interpretieren und in Zusammenarbeit mit dem Tierbesitzer gezielt anpaaren
  • praktisches und theoretisches Wissen und Können in der Milchviehfütterung und im Management von Milchviehherden, Landwirte bei Bedarf im Herdenmanagement unterstützen
  • Fruchtbarkeitsbilanzen interpretieren und in der Lage sein, Fütterung, Fruchtbarkeit, Stoffwechsel und Symptome am Tier zu vernetzen und dem Tierhalter wichtige Tipps zur Optimierung des Reproduktionsgeschehens vermitteln
  • selbstständige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise und genaue Aufzeichnungen über Arbeit führen
  • bei Wind und Wetter im Auto unterwegs sein – auch über das Wochenende
  • Umgang mit Menschen schätzen und sich auf vielfältige Kundenwünsche einstellen

Gesetzliche Grundlagen
Die Ausbildung zum Besamungstechniker ist in der Tierseuchenordnung geregelt und wird in der Schweiz vom Bundesamt für Veterinärwesen akkreditiert.

Technische Weisungen über die Ausbildung der Besamungstechniker/innen 
vom 16. August 1999 (red. angepasst am 3. Dezember 2007)
Anerkannte Ausbildungsstätten für die künstliche Besamung 
Stand 13.01.2016

Ausbildung zum/r Besamungstechniker/in bei Swissgenetics
Die Arbeit des Besamungstechnikers ist vielseitig. Die Verknüpfung von hoher fachlicher Fertigkeit, viel Fingerspitzengefühl und einem breiten Fachwissen machen den Beruf des Besamers interessant und für viele zum Traumjob. Die Vielseitigkeit erfordert aber auch ein hohes Mass an Flexibilität. Zudem muss das Fachwissen ständig erweitert und an die neuen Entwicklungen angepasst werden. Die Swissgenetics Besamungstechniker müssen daher jedes Jahr während mehrerer Tage die Schulbank drücken. Die vielseitige Aus- und Fortbildung kann aber dennoch nicht das „Züchter-Virus“ ersetzen, das jedem Besamer von haus aus zu eigen sein muss. Nur dies gibt einem guten Besamer die Motivation mitzuhelfen, für jeden „seiner“ Betriebe die passende und gewünschte Kuh zu züchten.

„Du musst weiche Knie bekommen und dein Herz muss klopfen, wenn du eine schöne, ausgewogene und funktionelle Kuh siehst“ fasste kürzlich ein Besamer sehr treffend zusammen, aus welchem Holz seine Berufskollegen sein müssen.

 

Breite Ausbildung
Wer überbetrieblich besamen will, muss bereits in einer fundierten Ausbildung die erste hohe Hürde meistern. Bei Swissgenetics durchlaufen angehende Besamer/innen deshalb eine 20-wöchige Ausbildung im In- und Ausland. 
Zu Beginn der Ausbildung gilt es sich mit den Anforderungen und Arbeitsabläufen in der Samenproduktion und dem Besamungsdienst vertraut zu machen und sich die anatomischen und physiologischen Grundkenntnisse anzueignen, damit die Geschlechtsorgane und insbesondere die Gebärmutter richtig und sicher beurteilt werden können. Deshalb verbringen Besamungstechniker in der Ausbildung viel Zeit auf Mastbetrieben und im Schlachthof, damit von Beginn an jeder Griff an und in der Kuh sitzt.

Sechs Wochen Deutschland
Damit Swissgenetics-Besamer möglichst viel am Tier üben können, reisen sie für 6 Wochen nach Deutschland an eine anerkannte Ausbildungsstätte. Dort lernen sie von Grund auf den Bau und die Funktionen der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane beim Rind kennen und der Umgang mit flüssigem Stickstoff und den Samenpailletten wird verfestigt. Den deutschen Ausbildungsstätten stehen genügend landwirtschaftliche Grossbetriebe und Schlachttiere an Schlachthöfen zur Verfügung, so dass die Besamungstechniker-Schüler fast täglich das Handling von Tier und Samendosen intensiv trainieren können. 
In der breitgefächerten Ausbildung wird aber auch theoretischer Unterrichtsstoff in den Fächern Hygiene, Seuchenlehre, sanitarischen Vorschriften, Brunstbeobachtung, Beurteilung der Besamungstauglichkeit, Fütterung, Herdenmanagement und Bestandesfruchtbarkeit vermittelt. 
Am Schluss der 6-wöchigen Ausbildung in Deutschland werden alle Fächer geprüft – eine wichtige Voraussetzung zur Erlangung des Berufsdiploms und zur späteren Festanstellung bei Swissgenetics.

Als Profi starten
Wer die Prüfung im Ausland bestanden hat, kann seine erworbenen Kenntnisse während eines dreimonatigen Praktikums in der Schweiz weiter vertiefen. Dabei bildet der praktische Einsatz im Feld einen wichtigen Schwerpunkt. An der Seite von erfahrenen Besamungstechniker werden die jungen Leute weiter auf die eigenständige Arbeit vorbereitet. 
Damit kann gewährleistet werden, dass die angehenden Besamungstechniker erst dann selbständig auf Besamungstour gehen, wenn sie das Handwerk beherrschen und damit eine hohe Arbeitsqualität und ein hoher Besamungserfolg garantiert werden kann.

Nie ausgelernt
Mit Abschluss der Ausbildung hat es sich für einen Besamungstechniker aber noch lange nicht ausgelernt. Mit dem Wandel in der Landwirtschaft ändern sich auch die Anforderungen an den Besamungstechniker. Deshalb müssen sich auch Besamer laufend fortbilden. Bei Swissgenetics muss deshalb jeder Besamungstechniker jährlich für mindestens 2 Tage an einer Fortbildung teilnehmen. Neben der züchterischen und besamungstechnischen Fortbildung wird dabei kontinuierlich auch das Wissen im Bereich der Fruchtbarkeit, Fütterung und Herdenmanagement vertieft, damit der Besamungstechniker der kompetente Ansprechpartner rund um die Kuh ist und bleibt.

Organisation Besamungsdienst bei Swissgenetics
Swissgenetics
Das Kerngeschäft von Swissgenetics ist die Selektion, die Produktion, der Verkauf und die Übertragung von hochwertiger Rindviehgenetik. Ca. 240 Besamungstechniker und rund 115 Vertragsbesamer (vorwiegend Tierärzte) sind an 365 Tagen im Jahr für die Kunden unterwegs.

Besamungsregionen
Der Besamungsdienst bei Swissgentics ist in vier Besamungsregionen (Romandie, Zollikofen, Mülligen, Bütschwil) aufgeteilt. Die Führung der Regionen obliegt den regionalen Verkaufsleitern. Die Besamungsregionen werden von zwei Logistikstandorten bedient. 

  • Logistikstandort West in Zollikofen: Regionen Romandie und Zollikofen
  • Logistikstandort Ost in Bütschwil: Regionen Mülligen und Bütschwil

Die Verkaufsleiter sind verantwortlich für die Besamungtechniker und Vertragsbesamer in ihrer Region. 

Besamergruppe
240 Besamungstechniker sind in insgesamt 33 Besamergruppen aufgeteilt. Die Gruppen sind unterschiedlich gross, durchschnittlich arbeiten in einer Besamergruppe 7 Besamungstechniker. Die Gruppen arbeiten in einem klar abgegrenzten regionalen Gebiet und organisieren sich bezüglich Führung, Arbeits- und Ferienplanung selbstständig.

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