Begriffe

Base

Ein Baustein der DNA. Die DNA enthält vier verschiedene Basen: Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T). Zusammen bilden die vier Basen das Alphabet des genetischen Codes.

Basenpaar

Im Doppelstrang der DNA treten die vier Basen immer als Paar auf: Adenin (A) mit Thymin (T), Cytosin (C) mit Guanin (G).

Chromosom

Struktur im Zellkern, die die Erbsubstanz (DNA) enthält. Chromosomen treten ausser bei Geschlechtszellen paarweise auf und stammen je zur Hälfte vom Vater und der Mutter. Beim Rind sind es neben den beiden Geschlechtschromosomen 2 x 29 normale Chromosomen.

Direkter genomischer Zuchtwert

Zuchtwert, der ausschliesslich anhand von Markerinformationen (SNP) geschätzt wurde.

DNA

Abkürzung des englischen Begriffs DesoxyriboNucleic Acid =Desoxyribonukleinsäure.
Fadenförmiges Molekül im Zellkern in Form eines Doppelstrangs.
Die DNA enthält den genetischen Code.

Gen

Abschnitt auf der DNA, der die Codierung zur Bildung eines Eiweisses enthält.

Genom

 Gesamtheit der Erbsubstanz (DNA) in einem Zellkern.

Genomisch optimierter Zuchtwert

Zuchtwert, der auf Grund von traditionellen Informationen und Markerinformationen geschätzt wurde (= Kombination des traditionellen Zuchtwerts und dem direkten genomischen Zuchtwert)

Imputing

Statistisches Verfahren, mit welchem ein Genotyp von einer geringeren auf eine höhere Dichte hochgerechnet wird, zum Beispiel von 6'000 SNP auf 54'000 SNP. Dabei wird ausgenützt, dass Chromosomenabschnitte in Stücken von den Eltern zu den Nachkommen weitergegeben werden.

Marker

In der Molekularbiologie: Kurzer Abschnitt auf dem DNA-Molekül an einer bekannten Position, der sich eindeutig bestimmen lässt.

QTL

Abkürzung des englischen Begriffs Quantitative Trait Locus
Ort im Genom, der einen nachweisbaren Einfluss auf die Ausprägung eines quantitativen Merkmals hat. Sehr oft ist der genaue Ort im Genom unbekannt.

Qualitatives Merkmal

Ein Merkmal, das nur in wenigen Ausprägungen vorkommt. Beispiele: Farbe (rot/schwarz), Hörner / Hornlosigkeit.
Im Gegensatz zu quantitativen Merkmalen wird ein qualitatives Merkmal nur von einem/wenigen Genen gesteuert und im Normalfall nicht oder nur wenig von der Umwelt beeinflusst.

Quantitatives Merkmal

Ein Merkmal, das in kontinuierlicher Form vorkommt, beispielsweise Körpergrösse, Gewicht.
Im Gegensatz zu qualitativen Merkmalen wird ein quantitatives Merkmal meistens von vielen Genen und auch von der Umwelt beeinflusst.

SNP

Abkürzung des englischen Begriffs Single Nucleotide Polymorphism, ausgesprochen als Snip.
Variation bezüglich eines einzelnen Basenpaares an einer bestimmten Stelle des DNA-Strangs. Kommt im Genom recht häufig vor (Rind: mehr als 1 Mio. Stellen bekannt) und eignet sich gut als Marker, da im Labor mit einem SNP-Chip in grosser Anzahl bestimmbar. 

SNP-Chip

Chip, mit dem im Labor an einer Probe mehrere Tausende oder gar hunderttausende von SNP mit hoher Genauigkeit und verhältnismässig kostengünstig und rasch bestimmt werden können.
Standard beim Rind ist zur Zeit der Illumina ® Bovine SNP50 Genotyping BeadChip, mit dem je über 54'000 SNPs an 12 Proben bestimmt werden.

Vertrauensintervall

Begriff aus der Statistik, der angibt, in welchem Bereich um einen Schätzwert der unbekannte wahre Wert sich befindet. Je kleiner das Vertrauensintervall, umso genauer ist der Schätzwert.
Bei einem Vertrauensintervall ist immer eine Wahrscheinlichkeit anzugeben. Gebräuchlich ist ein Vertrauensintervall von 95 %, welches angibt, in welchem Bereich sich der wahre Wert in 95 von 100 Fällen befindet.