Welchen Nutzen bringt die genomische Selektion?

Die genomische Selektion ermöglicht die Zuchtwertschätzung mit einer höheren Sicherheit (vgl. "Von den SNPs zu den Zuchtwerten"), speziell bei jungen Tieren. Eine Sicherheit von 70 % und mehr ist bereits beim Kalb möglich. Dies entspricht bei der Milch einer Nachzuchtprüfung mit rund 25 Töchtern.

Dank der höheren Sicherheit der Zuchtwerte 

  • können Zuchttiere sicherer ausgewählt werden
  • können bereits viel früher Selektionsentscheide gefällt werden
  • kann somit der Zuchtfortschritt schneller realisiert werden. 

Die höhere Sicherheit ist nicht auf die Leistungsmerkmale beschränkt. Von der genomischen Selektion profitieren sämtliche Merkmale, bei denen die Beziehung zu den SNPs aufgebaut werden konnte. Gerade die funktionellen Merkmalen (Langlebigkeit, Gesundheit etc.) profitieren wesentlich von dieser neuen Technologie.

Grundsätzlich stellt sich bei einer Sicherheit der genomischen Zuchtwerte von 70 % und mehr die Frage, ob auf die teure Nachzuchtprüfung von KB-Stieren (Kosten von Fr. 40'000.-- und mehr pro Stier) nicht gänzlich verzichtet werden könnte. Immerhin würde das eine massive Kosteneinsparung bedeuten.

Eine Art Nachzuchtprüfung ist aber weiterhin notwendig, da

  • sich die genomische Selektion noch weiter bestätigen muss 
  • vielen Züchtern eine Sicherheit von 70% nicht reicht 
  • weiterhin traditionelle Zuchtwerte benötigt werden, um die Grundlagen der genomischen Selektion (Beziehungen zwischen den SNPs und den interessierenden Merkmalen) pflegen zu können.

Die Art der Nachzuchtprüfung wurde mittlerweile in vielen Ländern der neuen Technologie angepasst. 

Zusammenfassung

Die genomische Selektion bringt - speziell bei jungen Tieren - Zuchtwerte mit höherer Sicherheit und damit einen höheren Zuchtfortschritt pro Jahr sowie ein erhebliches Potenzial zur Kosteneinsparung.