QTL und Marker

Einige Eigenschaften eines Tieres – Hörner / Hornlosigkeit beispielsweise, zudem viele Erbfehler – werden von einer einzigen Stelle im Genom gesteuert. Bei anderen Merkmalen, wie zum Beispiel Leistung, Grösse und Langlebigkeit spielen neben den Umwelteinflüssen zahlreiche Stellen auf dem Genom eine Rolle. Solche Merkmale werden quantitative Merkmale genannt. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Einfluss einzelner Chromosomenregionen auf die Fruchtbarkeit von Kühen (VanRaden et al, 2008). Je höher der Ausschlag, umso stärker der Einfluss.

Gut erkennbar ist, dass:

  • alle Chromosomen die Fruchtbarkeit beeinflussen
  • einzelne Orte des Genoms eine viel stärkere Rolle spielen als andere

Ein Ort auf dem Genom, der ein quantitatives Merkmal deutlich beeinflusst, wird QTL (englische Abkürzung von Quantitative Trait Locus) genannt. Der genaue Ort eines QTLs auf dem Genom ist meistens nicht bekannt. Immer häufiger können aber sogenannte Marker, die sich in der Nähe eines QTLs befinden, relativ einfach bestimmt werden. 

Ein Marker ist aber nur dann von Nutzen, wenn er in der Population 

  • in verschiedenen Varianten vorkommt (Beispiel M und m) und 
  • die eine Variante des Markers häufiger mit der positiven Variante (+) des QTLs auftritt.

Je näher ein Marker an einem QTL liegt, umso grösser ist die Chance, dass er bei der Analyse des Genoms eine Stellvertreter-Rolle für den QTL übernehmen kann. Die Beziehung zwischen Marker und QTL kann von Generation zu Generation aufgebrochen werden und ist meistens abhängig von der Rasse. 

Gute Marker sind SNP, da sie im Genom häufig vorkommen und deren Bestimmung sich im Labor in hohem Grad automatisieren lässt.